#sfo2sxsw – tag 4: dicke autos, fette technik, kitschige natur

heute wird’s etwas knapper.
zum einen war ich gestern abend so müde, daß ich beschlossen habe den post auf den nächsten morgen zu verschieben, zum anderen gab´s gestern etwas weniger programmpunkte… also los.

morgens ging’s nochmal mit der bart zum sfo aiport um dort den bestellten leihwagen abzuholen. ich hatte ja (für den ersten teil der tour) ein cabrio gebucht (war nicht soo viel teurer und hey, wenn man schon ein auf dicke hose macht, dann auch richtig ;). allerdings konnte man sich nur die option „convertible“ klicken, ohne genau zu wissen was man gebkommt. ich hatte jetzt sowas wie einen beetle im kopf. nunja, es kam anders. amerikanischer, prolliger, großartiger:

ich mach mir ja nicht wirklich was aus autos, habe keine große ahnung davon und nicht die emotionale bindung zu kraftfahrzeugen die man von einem durchschnittlichen deutschen mann erwarten würde, aber ich muss wirklich zugeben… die karre macht echt spaß! :)

dann ging’s auch direkt auf den ersten ausflug nach petaluma, eine knappe stunde fahrt nach norden in richtung santa rosa. dort habe ich die „twit brickhouse studios“ besucht. dort produziert leo laporte seine podcast produktionen. der kerl ist so eine art internet medienmogul. ich hätte jetzt fast was vom rupert murdoch des internetzeitalters geschrieben, aber das wäre ein fieser vergleich, leo ist nämlich ein echt sympathischer kerl und soweit ich das beurteilen kann weder ein bösartiger geldsack noch eine medienpolitische gruselgestalt. ;)
jedenfalls produziert das überraschend große team dort in einer unfassbar professionellen (und traumhaft steampunkig eingerichteten) umgebung audio und video sendungen zu allen denkbaren technischen themen ausschlißlich für den kostenlosen internetvertrieb. finanziert wird das ganze durch sponsoring und kurzen werbeeinschüben der moderatoren. ich konnte mich dann in die liveshow von „tech news today“ setzen. wirklich spannend mal direkt vor ort zu sehen, was man sonst nur vom bildschirm kennt.

auf dem rückweg wollte ich noch im muir woods national monnument vorbei, einem schönen redwood-wald, war aber so spät dran, daß auf halber strecke schon die sonne unterging, so habe ich nur noch ein paar kitschige sonnenuntergangsfotos gemacht (der sonnenunterganz selbst war so kitschig… da kann ich nichts für! ;) und bin dann schon im dunkeln über die golden gate bridge zurück nach san francisco.

und das war tatsächlich schon meine komplette zeit an der bay… unglaublich! 4 wochen wären hier wahrscheinlich angemessener gewesen als 4 tage… ich bin schon etwas verliebt in die stadt.
egal, es wartet ja noch eine menge anderer orte auf mich. jetzt gleich gehts runter in’s silicon valley… der nächste bericht verspricht nerd-potential… beware!

…ach ja, die strecke:


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people i met on the way #4: jesse

jesse ist ein resident im legendären san francisco hackerspace noisebridge und nicht nur optisch ein geek der alten schule. zur zeit tüftelt er an der optimierung eines systems zur erfassung der wasserkonditionen in der bay und modifiziert die schaltkreise eines alten apple II um zu schauen wie das die bild- und audiosignale verändert …mit durchaus unterhaltsamen ergebnissen. leute wie ich sie mag.

#sfo2sxsw – tag3: bridge over nicht ganz so troubled water

heute war mehr so der maritime tag, das wasser war immer in sichtweite. neben ca. 20 nicht geschafften punkten auf meiner „könnte man heute machen“-liste habe ich immerhin eine handvoll geschafft. um an die piers zu kommen musste ich unter anderem mit dem cable car fahren, ist ja auch sowas wo alle sagen „muss man gemacht haben“. hat mich jetzt ehrlich gesagt nicht so umgehauen, was möglicherweis auch daran gelegen haben könnte, daß sich nach wenigen stops eine etwas beleibtere klischee u.s. touristin direkt vor meinem sitzplatz auf den wagen schwang und ich somit den rest der fahrt statt der hügeligen straßenschluchten nur einen dicken hintern im blickfeld hatte. in der nähe von fishermans wharf habe ich mir dann ein e-bike ausgeliehen um damit über die golden gate bridge zu fahren. wirklich tolle sache diese elektro-fahrräder, gerade in dieser stadt die über die steigungen von wuppertal nur müde lächeln kann. man fährt mit dem gefühl als würde dich ständig einer anschieben. kann man sich wirklich dran gewöhnen!

die strecke zur brücke geht erst an piers und promenaden entlang und dann durch etwas parkähnliches mit einigen kleinen stränden und ist sehr angenehm zu fahren. auf der brücke selbst teilen sich fußgänger und fahrradfahrer einen relativ schmalen streifen auf der rechten (der stadt zugewandten) seite und man hat einen wirlich hübschen blick. aber dazu gleich mehr.

auf der anderen seite der brücke schlängelt sich eine straße hinunter nach sausalito einem pittoreksen dörfchen, daß außer pittoresk zu sein und touristenbedürfnissen gerecht zu werden wohl nicht wirklich viel kann. der eigentliche plan von hier aus war die fähre zurück nach san francisco zu nehmen, die nochmal einen anderen blick auf die stadt bietet und auch an alcatraz vorbei fährt. dummerweise hatte sich vor mir eine größere senioren-touristengruppe um den fahrkartenautomaten versammelt, welche von der bedienung ebendessen dermaßen überfordert waren, daß nach ca. einer halben stunde die letzte für mich sinnvolle fähre ohne mich losfuhr. whatever, dann halt die selbe strecke wieder mit dem fahrrad zurück. eigentlich könnte man diese tour in ca. 2 stunden schaffen, wenn man aber wie ich alle 5 meter für fotos anhält, kann es, wie in meinem fall, auch schonmal fast einen tag in anspruch nehmen. zum thema fotos: ich finde ja als fotograf habe ich heute ziemlich versagt. nicht, daß die bilder alle mist wären, aber ich bin voll in die touristenfalle getappt und habe geschätzte 27000 fotos von der golden gate bridge gemacht, sonst aber kaum was brauchbares hinbekommen. naja, dann gibts heute halt ma nur generischen postkartenquatsch. jedenfalls musste ich, als ich das bike wieder abgegeben habe ordentlich gas geben um rechtzeitig zu meiner abendverabredung zu kommen.

#sfo2sxsw - tag3: bridge over nicht ganz so troubled water

und die war wirklich aufregend. ich hatte mich mit dana, einer guten alten freundin verabredet, die ich seit ziemlich genau 10 jahren nicht mehr gesehen habe. mit ihr habe ich meinen letzten usa trip unternommen und sie ist immer noch das selbe bezaubernde indiemädchen von damals…hach.

für so einen anlaß kann man sich dann auch durchaus mal was gönnen und so haben wir einen tisch im „greens“ reserviert. es gibt leute die behaupten dies wäre das beste rein vegetarische restaurant der welt… naja es ist wirklich schön, das essen ist unbestreitbar exzellent, aber ich glaube nicht, daß es das beste vegetarische essen meines lebens war. trotz allem wirklich gut und auf jeden fall was besonderes.

und jetzt bin ich hundemüde. die halb durchgemachte nacht von gestern rächt sich  unerbittlich. ausserdem muss ich morgen mal etwas früher raus. da will ein auto am flughafen abgeholt werden…

ach ja, als video gibt es heute ein kleines experiment. ich habe zum ersten mal mein neues spielzeug getestet und ein 360° video von meiner fahrt über die brücke gemacht. jetzt nicht wirklich high end aber durchaus ein ganz witziges gimmick:

(von den videos habe ich noch ein paar mehr gemacht, braucht hier aber
ewig zum hochladen. soll ich den rest auch noch dazu packen?)

ach! ganz vergessen …die strecke dazu:


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people i met on the way #3: sharon

sharon ist die mütterliche managerin meines hotels in san francisco. sie ist schon ordentlich rumgekommen, äußerst frankophil und hat für jeden menschen und zu jedem thema eine wilde geschichte auf lager, meißtens auch mehrere. außerdem hat sie sich zum ziel gesetzt mich während meiner zeit hier zu verkuppeln. challenge accepted sharon.

#sfo2sxsw – tag2: the streets of san francisco

whow, das war ne menge zeug heute.

obwohl ich nicht mal die hälfte von dem gesehen habe was ich auf dem plan hatte, bin ich ziemlich überrollt von dieser stadt. wenn ich jetzt ernthaft anfange alles aufzuschreiben, nimmt das kein ende und ich glaube, das will keiner von uns. also vielleicht nur ein paar stichpunkte und dafür etwas mehr fotos. meine heutige strecke kann man hier nachvollziehen

morgens noch mal in die at&t serviceline hölle dafür aber jetzt vollen 3g mobile data win! danach ein spaziergang durch „meine nachbarschaft“: the mission district. die murals in den seitenstraßen haben es mir wohl angetan.

mittagessen mit meiner bereits erwähnten hotelmutti sharon (leider ohne cookie). dann doch mal nach downtown gewagt obligatorischer besuch im apple store ein wenig die market street herunter geschlendert. später kam dann die wunderbare rosa wieder dazu. ihr talent als exzellente reiseführerin festigt sich. kaffeepause im wirklich hübschen cafe zoetrope von francis ford coppola und dann eine stramme „bergwanderung“ auf den telegraph hill wo wir vom coit tower aus einen spektakulären blick über die stadt hatten. das timing zum sonnenuntergang war absolut perfekt und dafür, daß ich auf mein stativ verzichten und durch galsscheiben fotografieren musste, kommen die stadtansichten eigentlich noch ganz knackig.

aus der abteilung wackelige videos gibt es heute ein straßenmusiker special:


market street vor dem apple store


montgomery street bart station


16th street mission bart station

den abend habe ich dann im legenären hackerspace noisebridge verbracht. ein toller ort, prall gefüllt mit nerds verschiedenster coleur. da fühlte ich mich direkt zu hause.

#sfo2sxsw - tag2: the streets of san francisco

mehr dazu später, es ist schon wieder 4 uhr nachts und ich hab da morgen noch so’n bisschen was vor. sollte also besser mal schalfezzzzzz…

people i met on the way #2: ralf

ralf wollte wie ich schuhe kaufen und hatte einen seltsamen akzent. es stellte sich heraus, daß er ursprünglich auch aus deutschland kommt, nach eigenen angaben aber seit 60 jahren nicht mehr dort war. er schien ziemlich gerührt einen landsmann zu treffen und meinte noch ich sollte deutschland mal schöne grüße bestellen. mach ich, ralf.

#sfo2sxsw – tag1: länder, menschen, abenteuer

ich bin müde, wirklich müde.

irgendwie auch kein wunder, wenn man zwei tage nicht geschlafen hat, oder waren es anderthalb? wer weiss das schon? für mich war ja heute den ganzen tag mittag. 12 stunden lang mit der sonne fliegen, da kann man schonmal etwas tüdelig werden. war aber ein schöner flug. viel entspannter als ich es mir vorgestellt hatte. die beine haben mitgemacht und selbst der sitznachbar war angenehm (dazu später mehr). es zeigten sich auf der gesamten strecke nur vereinzelt wolken und so konnte ich einige tolle blicke auf grönland, nord-kanada und die rocky mountains mitnehmen. überhaupt begeistern mich diese aufblicke auf landschaften ja immer wieder und sie werden auch nie langweilig. ich bin halt ein notorischer fensterplatzbucher.

das erste was mir auffiel: die usa haben irgendwie einen unverwechselbaren aber von mir nicht genauer definierbaren eigengeruch, der mir nach all den jahren noch seltsam vertraut vorkam.
das zweite was mir auffiel: das mit dem always und anywhere mobile online müssen wir nochmal üben liebe telekommunikationsunternehmen. von wegen mal schnell karte wechseln und los geht der datenspaß. mit nichten. nach ca. einer stunde an der at&t customer service line kann ich zwar jetzt schon mal telefonieren, aber das mit den mobilen daten will aus wirklich unnötigen und dummen gründen immer noch nicht. aber egal, ich bin zu müde zum aufregen. lieber was positives…
das hotel hier ist wirklich nett. alles sehr knuffig und liebevoll kitschig dekoriert und das personal ist unglaublich hilfsbereit mit tendenz zur ersatzfamilie.

abends kam mich dann rosa abholen, eine freundin aus dortmund, die seit einem halben jahr in den usa und seit 6 wochen in san francisco weilt und viel zu selten wirklich wunderbare texte über ihre erlebnisse und erfahrungen hier blogt. zum abendessen führte sie mich in ein ganz famoses vegetarisch, mexikanisches restaurant namens „gracias madre“ …uneingeschränkt empfehlenswert!

zum ausklang waren wir dann noch im revolution cafe dessen reichlich einfallsloser name in keinem verhältnis zu dem netten indie ambiente und dem angenehm gemischten publikum steht. und statt der lokalen rockband oder dem generischen lounge dj spielt dann einfach mal ein streichquartett zur unterhaltung auf. ziemlich gut muss ich sagen.

und als ich zurück am hotel und in gedanken und großen teilen meines körpers schon im bett und wohlverdienten teifschlaf war, war da noch sharon, die althippieeske hotelchefin, die mit ihren zwei schwulen buddys und wenig mehr leeren weinflaschen auf der innenhofterrasse saß und mich noch über eine stunde mit abstrusen geschichten beglückte. sie schwankte in immer kürzer werdenden abständen dazwischen, ob sie mich lieber heiraten oder mich als sohn haben möchte, kam aber dann zum schluss, daß sie mich in den nächsten tagen mit einem „cuten punkgirl“ namens cookie verkuppeln müsste.

…es bleibt also spannend! ;) aber jetzte erstmal schlafezzzzzzzzz…