was nahe liegt, sind menschen die mir nahe stehen

hier der schlakks, ne? …ach mist, so habe ich doch schon mal einen blogpost angefangen. aber watt willze machen? der typ ist halt immer noch’n großer, man könnte sogar sagen, er ist noch mal nen ganzes stück gewachsen, so musikalisch gesehen. und er hat ne neue platte… wurd ja auch mal zeit. und die hat er gestern, an einem brüllend heißen dortmunder sommertag im fzw mit einer release show vorgestellt. In anbetracht der ferienzeit und einem wetter bei dem die zielgruppe normalerweise mit nem bier im westpark oder hinten am kanal im eigenen saft schmort, war das konzert ziemlich gut besucht und bei nem entertainer wie dem schlakks muss man auf die entsprechende stimmung nicht lange warten.

aber mal zur neuen platte: ich will jetzt gar keine ausührliche besprechung vom stapel lassen, das können andere bestimmt besser und sollten das auch bitte tun, aber ein paar anmerkungen fallen nach einmal live und einmal auf platte durchhören schon ab. soviel hat sich eigentlich gar nicht geändert seit der letzten veröffentlichung “menschlich“. wenn man die älteren tracks kennt, wird man nicht überrumpelt, es gibt immernoch organischen deutschen rap mit viel charme, herz und einem augenzwinkern. es sind eher die details in den texten und der produktion in denen man die entwicklung erkennt. viele der texte wirken noch persönlicher, noch nachdenklicher und kritischer, gleichzeitig scheint aber auch der optimismus und die lebenslust, die viele seiner tracks schon immer versprüht haben noch präsenter geworden zu sein. dieser typ liebt die menschen und das leben ohne zweifel, schafft es aber gleichzeitig den finger in gesellschaftliche wunden zu legen ohne als nörgler oder überkorrekter zeigefingererheber rüberzukommen. stattdessen kann er geschichten erzählen… oh ja das kann er wirklich gut und so intensiv, daß es mich zwischenzeitlich wirklich ergreift. das muss rap erstmal bei mir schaffen. und dann ist da noch dieser immer wieder durchbrechende ruhrpottslang der keineswegs als mundart-rap oder “ich will um jeden preis meine hood representen” attitüde daherkommt, sondern einfach sagt: “ich rappe wie ich bin und trage mein herz auf der zunge” …und mein herz damit aufgehen lässt. ach und: keine sorge, natürlich gibt es auch anständige partytracks zum mitbouncen und hooks mitgröhlen, das lässt sich der schlakks doch nicht nehmen.

die beats, die hauptsächlich von den produzenten opek & philwa beigesteuert wurden, schmiegen sich größtenteils ganz ausgezeichnet an die texte und lassen ihnen bei aller verspieltheit genug wirkungsraum. auch hier ist die spannbreite recht groß: von reduziert und melacholisch wie dem von piano & kontrabass getragenen “dazwischen” bis zu soul-sample angedickten bangern wie “darum geht’s doch” die klingen wie aus der guten alten zeit. überhaupt baut die produktion schon sehr auf ein solides hiphop fundament mit vielen schönen samples, satt rumpelnden beats und den handfesten cuts des alten weggefährten dj cuts penza, wird aber auch immer wieder durch live eingespielte instrumente und eher ungewöhnliche samples aufgelockert. und eins muss noch gesagt werden: für so ein piano-bläser-kopfnick monster wie “so lang” würden manche anderen rapper wahrschrinlich ihre vielgedisste mutter verkaufen!

hmm jetzt hab ich wohl doch so einiges plattenreviewgeschwafel rausgehauen. sorry, war so nicht geplant. eingentlich wollte ich doch nur sagen: hört mal rein beim schlakks und kauft euch die tracks oder am besten natürlich das wirklich schöne doppelvinyl. man will diese musik ja schließlich stilvoll genießen. und wer immer noch nicht überzeugt ist: beide schlakks platten beginnen mit einem intro in dem helge schneider tiefe weisheiten verbreitet.
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