steinway, moog & macbook pro

…das beste aus drei welten. so macht man heute ein klavierkonzert.

ich war heute abend spontan im konzerthaus dortmund um mir francesco tristano anzuschauen bzw. anzuhören wobei in diesem fall beides eine freude ist. die ersten beiden teile des konzerts bestanden aus barockstücken von buxtehude und bach. was die beiden miteinander zu tun hatten und wo dabei der “long walk“, der titel von tristanos aktuellem album, auftaucht, erklärt er hier sehr charmant selbst:

ich traue mir nicht zu das auch nur annähernd bewerten zu können, war aber von der virtuosität und variationsbreite seines spiels schwer beeindruckt.
im letzten teil des konzertes spielte er dann eigene kompositionen in denen er die alte musik mit zeitgenössischen klängen und elementen aus elektronik und tanzmusik kombiniert. dass er diese gratwanderung beherrscht, hat er schon mit seiner platte “not for piano” auf der er solo-piano versionen von techno und electronica tracks beispielsweise von jeff mills und autechre aufgenommen hat, sowie mit kooperationen mit legendären produzenten wie carl craig, moritz von oswald oder murcorf bewiesen.
das titelstück seiner aktuellen platte zum beispiel ist quasi ein remix eines appendix von bachs goldberg variationen. die stücke waren eine mischung aus live loops, synthesizer sounds, kleinen sequenzen und dem piano mit allem was es an sounds zu bieten hat. das war teilweise extrem grooveorientiert, beinahe tanzbar, teilweise frei und wild bis in eine freejazz-richtung und hat mich ganz im allgemeinen ziemlich mitgenommen.
fazit: um neues kennen zu lernen sollte man sich manchmal auch in ein konzerthaus trauen. ;)

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